WordPress: Verständliche Sprachversionen in WordPress veröffentlichen und pflegen

So erhalten Einfache und Leichte Sprache in WordPress einen gut auffindbaren Platz, eine klare Verbindung zum Original und eine verlässliche Pflege.

Eine Sprachversion ist eine eigene Seite

Einfache oder Leichte Sprache sollte in WordPress nicht als zusätzlicher Absatz am Ende einer langen Fachseite stehen. Die verständliche Fassung braucht einen eigenen Titel, eine eigene Adresse und genügend Raum für ihren Aufbau. So lässt sie sich direkt verlinken, in der Suche finden und unabhängig bearbeiten, ohne den Ausgangstext in ein starres Seitenformat zu zwingen.

Eine Stadt kann etwa die Seite „Wohnberechtigungsschein beantragen“ in Einfacher Sprache anbieten und eine eigene Fassung in Leichter Sprache ergänzen. Beide behandeln dasselbe Anliegen, müssen aber nicht dieselben Absätze oder Bilder verwenden. Die Leichte Sprache kann Begriffe erklären und Zwischenschritte zeigen, während die Einfache Sprache näher am vollständigen Fachinhalt bleibt.

Für Leserinnen und Leser zählt, dass die Beziehung sofort erkennbar ist. Auf jeder Fassung steht, welche Sprachform sie verwendet, welches Thema sie erklärt und wo die andere Fassung erreichbar ist. Die sichtbare Bezeichnung ist wichtiger als der technische Seitentyp. Ein unklarer Link wie „Andere Version“ hilft Menschen nicht bei der Wahl. Auch die Adresse sollte das Thema und die Sprachform nachvollziehbar abbilden.

Die Seitenstruktur muss zur Redaktion passen

WordPress kann Sprachfassungen als gewöhnliche Seiten, als Beiträge oder als eigenen Inhaltstyp verwalten. Für dauerhaft gültige Informationen sind Seiten meist leichter einzuordnen als chronologisch sortierte Beiträge. Ein eigener Inhaltstyp kann sinnvoll sein, wenn sehr viele Fassungen entstehen und die Redaktion dafür besondere Felder, Übersichten oder Freigaben benötigt.

Die Entscheidung zeigt sich im Alltag. Veröffentlicht ein Verein nur sechs zentrale Informationen in Leichter Sprache, reichen eigenständige Seiten unter einem gemeinsamen Bereich häufig aus. Betreibt eine Landesbehörde hunderte Leistungsbeschreibungen mit mehreren Fassungen, braucht sie stärkere Beziehungen und Filter. Sonst sieht niemand zuverlässig, welche verständliche Seite zu welcher Fachseite gehört.

Ordnerähnliche Elternseiten können Besucherinnen und Besuchern Orientierung geben, lösen aber nicht jede redaktionelle Frage. Eine Seite kann in WordPress nur eine direkte Elternseite haben und trotzdem zu mehreren Themen gehören. Kategorien oder eigene Merkmale helfen dann bei internen Übersichten. Die öffentliche Navigation sollte dennoch einfach bleiben und nicht die gesamte Verwaltungslogik des Systems zeigen. Interne Ordnung und sichtbarer Weg erfüllen unterschiedliche Zwecke.

Der Block-Editor unterstützt eine ruhige Gliederung

Im WordPress-Block-Editor lassen sich Überschriften, Absätze, Bilder und Hinweise getrennt bearbeiten. Das passt gut zu verständlichen Texten, wenn jeder Block eine klare Aufgabe erfüllt. Eine Überschrift kündigt eine echte Frage an, der folgende Absatz beantwortet sie. Große Gruppen mit verschachtelten Spalten erschweren dagegen die Bearbeitung und können auf kleinen Bildschirmen eine verwirrende Reihenfolge erzeugen.

Wiederverwendbare Muster sind hilfreich für Elemente, die auf vielen Seiten gleich funktionieren. Dazu kann ein deutlich beschrifteter Wechsel zur Fachfassung oder ein Kontaktbereich gehören. Der eigentliche Artikel sollte nicht aus starren Mustern zusammengesetzt werden. Leichte Sprache benötigt je nach Thema unterschiedlich viele Erklärungen, Beispiele und Bilder. Ein festes Raster darf diese redaktionellen Entscheidungen nicht verhindern.

Auch die Eingabemaske beeinflusst die Sprache. Wenn das Feld für eine Einleitung nur wenige Zeichen erlaubt, kürzt die Redaktion möglicherweise eine wichtige Aussage. Wenn Überschriften automatisch aus internen Namen entstehen, erscheinen unverständliche Begriffe öffentlich. In einer guten WordPress-Ansicht erklären Feldbezeichnungen ihren Zweck, und die sichtbaren Texte lassen sich unabhängig von internen Arbeitstiteln schreiben. Eine hilfreiche Vorschau steht direkt aus dieser Ansicht bereit.

Der Wechsel zwischen Fassungen bleibt sichtbar

Ein Sprachwechsel gehört in die Nähe des Seitentitels oder an einen anderen gleichbleibenden, gut sichtbaren Ort. Dort erwarten Menschen eine Aussage über die aktuelle Fassung. Ein Link mit „Diese Information in Leichter Sprache“ ist verständlicher als ein Symbol oder eine Abkürzung. Auf der Zielseite führt ein ebenso konkreter Link zur ausführlichen Fachinformation zurück.

WordPress-Menüs können zusätzlich einen Einstieg zu allen Angeboten in Leichter Sprache enthalten. Dieser Einstieg ersetzt jedoch nicht die Verbindung auf der einzelnen Fachseite. Wer über eine Suchmaschine direkt bei der Grundsicherung landet, sollte dort unmittelbar erkennen, ob eine verständliche Fassung vorhanden ist. Niemand sollte erst das Hauptmenü durchsuchen müssen.

Die Verknüpfung darf nicht nur in einem frei geschriebenen Absatz stecken. Wird eine Seite umbenannt oder verschoben, kann ein alter Link unbemerkt zurückbleiben. Eine gepflegte Seitenbeziehung im System erlaubt es dem Theme oder einem geeigneten Plugin, den aktuellen Link auszugeben. Die Redaktion sieht zugleich, wenn zu einem Ausgangstext noch keine Fassung zugeordnet ist. Das verhindert Lücken bereits vor der Veröffentlichung.

Eine Leistungsseite zeigt den Unterschied

Auf einer WordPress-Seite zur Anmeldung eines Hundes stehen zunächst Rechtsgrundlage, Gebührenordnung und Zuständigkeit. Menschen suchen aber meist nach drei Antworten: Muss ich meinen Hund anmelden, welche Angaben brauche ich und wie hoch ist die Gebühr? In Einfacher Sprache können diese Antworten früh erscheinen, während die vollständige Satzung über einen deutlich benannten Link erreichbar bleibt.

Eine Fassung in Leichter Sprache kann den Ablauf weiter auseinanderziehen. Sie erklärt zuerst, welche Hunde angemeldet werden müssen, und zeigt danach den Weg zum Formular. Ein Bild unterstützt vielleicht die Stelle, an der die Nummer der Hunde-Marke eingetragen wird. Der WordPress-Beitrag braucht dafür eine andere Blockfolge als die Fachseite, obwohl beide zum selben Angebot gehören.

Am Ende folgt kein allgemeiner Werbetext, sondern eine passende Hilfe. Dort stehen die Telefonnummer, erreichbare Zeiten und die Frage, bei der das Team unterstützt. Ein gepflegter Kontaktblock kann diese Angaben an mehreren Leistungsseiten ausgeben. Ändert sich die Nummer, wird sie an einer Stelle korrigiert, ohne dass der verständliche Artikel seine individuelle Gliederung verliert.

Bilder aus der Mediathek brauchen einen Zweck

WordPress macht es leicht, Bilder aus der Mediathek erneut zu verwenden. Für Leichte Sprache ist das nur dann hilfreich, wenn ein Bild die Aussage wirklich unterstützt. Ein Foto des Rathauses kann den richtigen Eingang zeigen. Ein beliebiges lächelndes Team neben einer Antragsfrist nimmt Platz ein, erklärt aber nichts und kann vom entscheidenden Hinweis ablenken.

Alternativtexte werden in der Mediathek gespeichert und häufig bei jeder Verwendung übernommen. Derselbe Text passt jedoch nicht automatisch in jeden Zusammenhang. Zeigt ein Bild auf einer Wegbeschreibung den barrierefreien Eingang, sollte der Alternativtext genau diese Information vermitteln. In einem rein dekorativen Einsatz braucht es möglicherweise keinen gesprochenen Bildinhalt. Die Redaktion prüft den jeweiligen Kontext auf der Seite.

Auch Bildunterschriften und Text im Bild verdienen Aufmerksamkeit. Eine Grafik mit eingebauter Telefonnummer lässt sich schwer aktualisieren und von Vorlesesoftware nicht zuverlässig erfassen. Besser steht die Nummer als echter Text im WordPress-Inhalt. Das Bild kann ergänzen, aber keine wichtige Frist, Adresse oder Handlungsanweisung allein tragen. Seine Bedeutung bleibt damit auch ohne Bildzugriff erhalten.

Vorschau bedeutet mehr als einen richtigen Text

Die WordPress-Vorschau zeigt, wie eine unveröffentlichte Seite im Theme erscheint. Redaktionen sollten sie auf einem großen und einem kleinen Bildschirm ansehen. Eine verständliche Überschrift kann auf dem Smartphone ungünstig umbrechen, ein Hinweis kann zwischen anderen Blöcken verschwinden, und ein breites Bild kann den eigentlichen nächsten Schritt weit nach unten schieben.

Für eine Prüfung durch Menschen aus der Zielgruppe muss die Vorschau ohne WordPress-Anmeldung erreichbar sein. Ein sicher geteilter Entwurf oder eine geschützte Testumgebung kann das ermöglichen. Die Person sollte nicht erst das Dashboard verstehen müssen. Sie öffnet die Seite so ähnlich wie später im Alltag und versucht dort eine glaubwürdige Aufgabe zu lösen.

Redaktionsrollen sollten zu den Verantwortlichkeiten passen. Autorinnen können Texte vorbereiten, während fachlich zuständige Personen die sachlichen Angaben kontrollieren und berechtigte Redakteurinnen veröffentlichen. Zu viele Administratorrechte erhöhen das Risiko versehentlicher Änderungen an Menüs, Plugins oder Gestaltung. Zu wenige Rechte führen dagegen dazu, dass kleine, dringende Korrekturen unnötig warten.

Änderungen am Original müssen auffallen

WordPress erinnert eine Redaktion nicht von selbst daran, dass eine geänderte Fachseite weitere Sprachfassungen betrifft. Die Beziehung zwischen den Seiten sollte deshalb in der Bearbeitungsansicht sichtbar sein. Ändert sich eine Frist oder Gebühr, erkennt die verantwortliche Person sofort, welche Fassungen geprüft werden müssen und wer ihre Überarbeitung übernimmt.

Revisionen zeigen, was innerhalb einer Seite verändert wurde. Sie erklären aber nicht automatisch, warum eine Aussage angepasst wurde oder welche verbundene Fassung noch wartet. Ein kurzer redaktioneller Vermerk kann den Anlass festhalten, etwa „Gebühr ab 1. Januar erhöht“. Ein interner Status zeigt anschließend, ob die Fassung geprüft, überarbeitet oder erneut freigegeben wurde.

Bei Leichter Sprache kann eine inhaltliche Änderung eine erneute Prüfung durch die Zielgruppe nötig machen. Eine korrigierte Telefonnummer ist etwas anderes als eine neue Ausnahme beim Anspruch. Das WordPress-System sollte beide Fälle nicht gleich behandeln. Die Redaktion braucht genug Information, um zu entscheiden, ob eine direkte Korrektur genügt oder die Erklärung neu erprobt werden muss.

Plugins dürfen die Beziehung nicht verstecken

Mehrsprachigkeits- und Übersetzungsplugins können Seiten verbinden, Sprachmenüs ausgeben und getrennte Adressen verwalten. Einfache Sprache und Leichte Sprache sind jedoch nicht bloß Übersetzungen in eine andere Landessprache. Vor der Auswahl sollte geprüft werden, ob das Plugin eigene Bezeichnungen erlaubt, unabhängige Seitenstrukturen unterstützt und verständliche Fassungen nicht automatisch als unvollständige Übersetzung behandelt.

Auch Suche, Zwischenspeicher und Suchmaschinenoptimierung wirken auf die Veröffentlichung. Die WordPress-Suche sollte eine Seite in Leichter Sprache bei passenden Begriffen anzeigen. Ein Cache darf nach einer dringenden Friständerung nicht stundenlang die alte Fassung ausliefern. Seitentitel und Beschreibung sollten die Sprachform nennen, damit das Suchergebnis keine falsche Erwartung weckt.

Ein Plugin ist nur dann eine gute Lösung, wenn die Redaktion es im Alltag zuverlässig bedienen kann. Eine umfangreiche Erweiterung mit vielen ungenutzten Funktionen schafft zusätzliche Fehlerquellen. Vor dem dauerhaften Einsatz lohnt eine Probe mit einer echten Fachseite, zwei Sprachfassungen, einer späteren Änderung und einem gelöschten Entwurf. Dabei zeigt sich, ob Beziehungen und Status verständlich bleiben. Auch ein späterer Plugin-Wechsel sollte die Inhalte nicht unbrauchbar machen.

Gute Pflege macht das Angebot glaubwürdig

Menschen verlassen sich auf verständliche Informationen besonders dann, wenn ein Thema ohnehin schwierig ist. Eine veraltete Telefonnummer oder eine fehlende Bedingung beschädigt dieses Vertrauen schnell. Auf jeder Fassung sollten deshalb eine verantwortliche Stelle und ein nachvollziehbares Aktualisierungsdatum stehen. Das Datum muss eine echte inhaltliche Prüfung bezeichnen und darf nicht bei jedem technischen Speichern automatisch wechseln.

WordPress kann die Zusammenarbeit unterstützen, aber keine redaktionelle Verantwortung ersetzen. Jemand muss Änderungen am Ausgangstext erkennen, die verständliche Fassung fachlich prüfen und bei Leichter Sprache die Beteiligung der Zielgruppe einplanen. Wenn diese Aufgaben klar zugeordnet sind, werden Sprachversionen nicht zu Sonderseiten, die nach einer Kampagne vergessen werden.

Ein gelungenes Angebot fühlt sich für Besucherinnen und Besucher selbstverständlich an. Sie finden ihre Fassung direkt am Thema, erkennen ihren Zweck und erreichen den nächsten Schritt ohne Umweg. Für die Redaktion bleibt sichtbar, welche Seiten zusammengehören und was nach einer Änderung zu tun ist. Genau darin liegt die Stärke einer gut eingerichteten WordPress-Veröffentlichung.

Maßgebliche Quellen

  1. WordPress.org Documentation - Work with blocks
  2. WordPress.org Documentation - Roles and capabilities
  3. WordPress.org Documentation - Revisions
  4. WordPress Developer Resources - Internationalization

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