Einfache Sprache und Leichte Sprache vor der Veröffentlichung prüfen.

Prüfen und bearbeiten Sie vereinfachte Texte, bevor Sie sie veröffentlichen. So sichern Sie fachlich richtige und verständliche Inhalte für Ihre sprachliche Barrierefreiheit.

Redaktionelle Prüfung

Warum verständliche Texte einen zweiten Blick brauchen

Wer einen Text selbst geschrieben hat, kennt seine Absicht, seine Quellen und den Zusammenhang. Dieses Wissen füllt beim Lesen unbemerkt Lücken. Ein fremder Mensch sieht dagegen nur das, was tatsächlich auf der Seite steht. Deshalb entdeckt eine menschliche Prüfung oft Unklarheiten, die der Autor trotz großer Sorgfalt nicht mehr wahrnehmen kann.

Die eigentliche Aussage sichtbar machen

Viele unverständliche Texte beginnen nicht mit schwierigen Wörtern, sondern mit einer unklaren Hauptaussage. Mehrere Hinweise stehen nebeneinander, ohne dass ihre Bedeutung gewichtet wird. Eine prüfende Person kann fragen, welche Information zuerst gebraucht wird. Bei einer Terminabsage ist das neue Datum meist wichtiger als die interne Begründung für die Änderung.

Einfache Wörter passend zum Zusammenhang wählen

Ein bekanntes Wort ist nicht in jeder Situation das genaueste Wort. Bezahlen und überweisen können sich ähneln, bezeichnen aber nicht immer dieselbe Handlung. Wer einen Gebührenbescheid erklärt, muss den Ausdruck so wählen, dass niemand versehentlich die falsche Zahlungsart erwartet. Menschliche Prüfung achtet darauf, ob Vereinfachung und Genauigkeit zusammenpassen.

Einen respektvollen und erwachsenen Ton bewahren

Verständliche Sprache richtet sich an erwachsene Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen. Sehr einfache Formulierungen dürfen deshalb nicht kindlich oder belehrend wirken. Sätze wie Das ist doch ganz leicht oder Jetzt passen Sie gut auf stellen die schreibende Person über das Publikum. Menschliche Prüfung bemerkt solche Untertöne, die eine automatische Analyse kaum zuverlässig erfasst.

Fakten, Beispiele und Hilfen richtig einordnen

Ein verständlicher Satz ist nur dann hilfreich, wenn sein Inhalt stimmt. Bei Zahlen, Fristen, Kontaktdaten und rechtlichen Aussagen sollte die prüfende Person deshalb auf die zugrunde liegende Quelle achten. Sprachliche Überarbeitung darf aus einer möglichen Leistung keinen sicheren Anspruch machen oder eine Ausnahme so verkürzen, dass sie wie eine allgemeine Regel erscheint.

Zielgruppentests durchführen: So lernen Sie aus echten Lesesituationen

Ein guter Zielgruppentest bringt passende Menschen in eine realistische Lesesituation, beobachtet ihr Verständnis respektvoll und prüft anschließend die verbesserte Fassung erneut.

Den Test auf eine konkrete Lesesituation zuschneiden

Vor einem Zielgruppentest sollte feststehen, welcher Inhalt in welcher Situation benutzt wird. Eine Terminänderung stellt andere Anforderungen als eine Seite über Pflegeleistungen. Der ausgewählte Ausschnitt muss genug Zusammenhang enthalten, damit Menschen sinnvoll handeln können. Ein isolierter Absatz kann sprachlich geprüft werden, bildet aber die echte Suche nach einer Information nur selten ab.

Verstehen durch Erzählen und Handeln erkennen

Die direkte Frage Haben Sie alles verstanden? führt häufig zu einer höflichen Zustimmung. Menschen möchten nicht unvorbereitet wirken oder glauben, die richtige Antwort geben zu müssen. Offene Fragen zeigen mehr. Wenn jemand mit eigenen Worten erzählt, worum es geht, werden Missverständnisse und ausgelassene Bedingungen deutlich, ohne Schulwissen abzufragen.

Die überarbeitete Fassung erneut erproben

Nach der ersten Auswertung wird eine konkrete neue Fassung gebraucht. Änderungen sollten sich auf die beobachtete Ursache beziehen und nicht nur sichtbare Symptome verschieben. Wenn Menschen eine Frist übersehen haben, kann eine klarere Reihenfolge helfen. War dagegen unklar, für wen sie gilt, braucht der Text eine eindeutige Bedingung statt bloß stärkerer Hervorhebung.

Verstehen Menschen Ihre Inhalte wirklich? So finden Sie es heraus

Ob ein Inhalt verständlich ist, zeigt sich daran, ob Menschen seine entscheidenden Aussagen richtig deuten und die beabsichtigte Aufgabe erledigen können. Dafür braucht eine Organisation klar benannte Verständnisziele, einen Vergleich vor und nach der Überarbeitung sowie mehrere Signale, deren Grenzen offen berichtet werden.

Nicht jede Aussage ist gleich wichtig

Ein Text enthält oft mehr Informationen, als sinnvoll einzeln geprüft werden können. Entscheidend sind Aussagen, deren Missverständnis eine Handlung verhindert oder einen spürbaren Nachteil auslöst. Bei einem Medikament gehören Dosierung, Zeitpunkt und wichtige Warnzeichen dazu. Die Geschichte des Präparats ist vielleicht interessant, aber für die sichere Einnahme nicht ebenso kritisch.

Aufgaben zeigen, welche Bedeutung ankommt

Eine realistische Aufgabe liefert direkte Hinweise auf Verständnis. Menschen suchen eine Information, erklären ihre Bedeutung in eigenen Worten oder bestimmen den nächsten Schritt. Für die Messung zählt, ob das zuvor festgelegte Ergebnis erreicht wird. Bei einer Erstattung wäre das etwa die richtige Antwort auf die Frage, unter welcher Bedingung Geld zurückgezahlt wird.

Ein ehrlicher Bericht nennt seine Grenzen

Ein Ergebnis wird zusammen mit seiner Herkunft berichtet. Statt „92 Prozent Verständlichkeit“ steht dort, dass elf von zwölf beteiligten Personen die Frist in einer konkreten Aufgabe richtig nannten. Dazu gehören Zielgruppe, Inhalt, Zeitraum und mögliche Veränderungen im Umfeld. So können andere die Aussage einordnen, ohne aus einer kleinen Untersuchung eine allgemeine Wahrheit zu machen.

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